FRÜHJAHRS-GRIPPE
So schützen Sie sich und Ihre Familie am besten
Schnupfen, Husten, Heiserkeit - wieder macht die Frühjahrs-Erkältung oder -„Grippe“ ihre millionenfache Runde. Aber warum eigentlich jetzt? Dies hat folgende Gründe:
- Wechselnde Außentemperaturen verleiten oft zu unangemessener Bekleidung. Das heißt, mal zu warm, mal zu kühl. Dies mag unser Abwehrsystem überhaupt nicht.
- Auch im Frühjahr ist es oft noch recht kalt. Folge: Wir halten uns überwiegend in geschlossenen Räumen auf, oft zusammen mit anderen, bereits erkälteten Menschen. Dies steigert die Infektionsgefahr.
- Die Dunkelheit des Winters zeigt ihre Auswirkungen: Die Abwehrkraft wird durch zuwenig Sonnenlicht hormonbedingt geschwächt.
- Die Vitamin- und Mineralstoff-Versorgung über die Nahrung ist im Frühjahr am schlechtesten (besonders bei „junk-food“).
Wichtig! „Erkältungen“ gehören zu den frühesten und wichtigsten Lernvorgängen: Durch viele Infektionen im Säuglingsalter und der Kindheit lernen wir nämlich erst Abwehrkraft und Gesundheit. Bei Erwachsenen frischen „banale“ Infektions-Krankheiten das Immunsystem immer wieder auf. Und zwar im Schnitt 2-4x im Jahr. Das ist normal und wird erst im Alter seltener.
Trotzdem können wir aktiv etwas gegen Erkältungen im Frühjahr tun.
- Die Kleidung sollte sicher vor Kälte schützen. Deswegen muss auch an wärmeren Tagen immer eine Strickjacke oder ein Wollpullover griffbereit sein.
- Der Körper kann besser mit wechselhaften Temperaturen umgehen, wenn er trainiert wird. Wie das geht, hat Kräuterpfarrer Kneipp schon vor über 100 Jahren beschrieben: Nämlich mit „wechselwarmen“ Bädern oder Duschen. Am einfachsten ist dies, wenn Sie sich nach der täglichen Warmdusche kurz kalt abbrausen. Und zwar für wenige Sekunden bis zu einer Minute. Wem das zu kalt ist, fängt erstmal mit lauwarmem Wasser an. Oder lässt das kalte Wasser nur über Füße und Unterschenkeln laufen. Herzkreislauf-Kranke müssen sich vorher mit ihrem Arzt beraten.
- Wer in einem Großraumbüro arbeitet, kann sich kaum vor Ansteckung durch erkältete Kolleginnen schützen. Optimal ist die japanische Lösung: Nämlich einen einfachen Mund-Nasenschutz umzubinden (gibt's in jeder Apotheke). Hilfreich ist auch das Lüften von Wohn- oder Arbeitsräumen mehrmals am Tag für bis zu fünf Minuten. Und natürlich sollten Sie sich nach Möglichkeit von erkälteten Mitmenschen fernhalten. Lassen Sie es nicht zu, angehustet oder angeniest zu werden! Auch das Küssen erkälteter Familienmitglieder ist wegen der Ansteckungsgefahr besser zu vermeiden.
- Das Hormon- und Abwehrsystem des Körper liebt Sonne. Und braucht diese zur Aktivierung. Nutzen Sie also die wenigen Sonnenstrahlen, besonders zur Mittagszeit. Oder gehen Sie alternativ einmal wöchentlich ins Solarium. Achtung: Nie soviel UV-Licht, daß Sie braun werden! Dies kann nämlich das Abwehr-System schwächen; es reichen 5 bis 15 Minuten.
- In der Ernährung dürfen vitaminhaltiges Obst und Gemüse jetzt nicht fehlen. Besonders Zitrusfrüchte enthalten viele abwehrstärkende Vitamine. Am besten ist frischer Zitronensaft, der 10x soviel Vitamin C enthält (pro 100 Gramm rund 50 Milligramm) wie frischer Orangensaft (pro 100 Gramm „nur“ 4 Milligramm). Ähnlich gehaltvoll sind rohe Tomaten (pro 100 Gramm rund 25 Milligramm). Der Vitamin-C-Tagesbedarf liegt übrigens bei 75 Milligramm. Und: Nehmen Sie jeden Tag ausreichend Flüssigkeit zu sich (Wasser, Mineralwasser, Tee). 1,5 Liter sind das Minimum.
- Im Mittel sind 8 Stunden Schlaf pro Tag für den Erhalt der Gesundheit unerlässlich. Wichtig: Der Zeitsteuerung des Körpers - und damit unserer Gesundheit - gefallen die Stunden vor und nach Mitternacht am besten („Naturzeit-Schlaf“: 22 bis 6 Uhr).
- Zuviel Stress schwächt die Abwehrkraft und sollte - wenn möglich - verringert werden. Viele Frauen machen deshalb regelmäßig Yoga oder Autogenes Training (Kurse gibt es zum Beispiel an Volkshochschulen). Für den normalen Stressabbau sind übrigens auch ausreichend Schlaf und körperliche Bewegung unerlässlich.
- Spazierengehen oder Laufen an frischer Luft aktiviert die Körperabwehr und sollte in keinem Plan zur Erkältungs-Vorbeugung fehlen. Minimum: 30 Minuten.
- Schließlich sind noch abwehrsteigernde Heilmittel zu erwähnen. Am wichtigsten: Vitamin C und pflanzliche Heilmittel. Vitamin C gibt es als Einzel-Präparat (zum Beispiel als Brausetabletten) oder in Kombination mit anderen Vitaminen und/oder Mineralstoffen. Bei vollwertiger Ernährung mit viel Gemüse und Obst sind solche Präparate für gesunde Menschen überflüssig. Abwehrsteigernde Pflanzen-Heilmittel enthalten fast immer Sonnenhut (Echinacea). Zumeist in Kombination mit anderen Pflanzenauszügen. Die am häufigsten verwendeten Präparate enthalten zudem Auszüge aus Eisenhut, Tollkirsche, Wasserdost, Lebensbaum oder Färberhülse. Diese Medikamente können vorbeugend eingesetzt werden, den Verlauf einer eingetreten Erkältung beeinflussen sie jedoch kaum. Hinweis: Sind Sie in ärztlicher Behandlung und müssen Medikamente einnehmen, teilen Sie den behandelnden Medizinern bitte mit, wenn Sie freiverkäufliche Arznei- oder Nahrungsergänzungs-Mittel verwenden wollen.
Autor
- Rainer H. Bubenzer, Gesundheitsberatung Top-Fit-Gesund.de, April 2006.

