ERNÄHRUNG
Wen der Hafer sticht...
Avena sativa in der Homöopathie
Volksweisheiten in Redensarten verpackt, enthalten manchmal altes Wissen und jahrzehntelange Erfahrung. Die Beobachtung, dass der Genuss von Hafer - vielleicht auch ohne Spelzen - nervös macht, lässt auf die Wirkung des Getreides auf das Nervensystem schließen. Und tatsächlich empfehlen naturheilkundliche Ärzte beispielsweise ratlosen Eltern, deren Kinder einfach nicht aus dem Bett kommen wollen oder die in ihrer gesamten Konstitution eine eher lethargische Grundhaltung haben, zur Aufmunterung morgendlichen Haferbrei. Das Getreide macht wach. Auch in der Homöopathie ist Avena sativa ein wichtiges Mittel zur Nervenstärkung. Das homöopathische Medikament „Avena sativa D12“ zeigt eine zweiseitige, harmonisierende Wirkung auf das Nervensystem:
Nervöse Erschöpfung Zum einen hilft es Menschen, die unter nervösen Erschöpfungszuständen leiden oder von Sorgen und Ängsten geplagt werden. Zum anderen wird das Mittel auch bei Schlafstörungen eingesetzt, Z. B. bei Menschen, die zeitweise so großem beruflichen Stress ausgesetzt sind, dass sogar ihr nächtlicher Schlaf beeinträchtigt ist. Anwendung bei Stress: Avena sativa D12, 3x tägl. 5 Tropfen. Bei Schlaflosigkeit 15 Tropfen jeweils 3 Stunden und direkt vorm Schlafengehen. Bleibt eine Besserung auch nach 4 Wochen aus, sollte ein Arzt aufgesucht werden!
Zur Entgiftung und als Tee
Vom Hafer lässt lassen sich jedoch nicht nur die Samen bzw. die Körner verwenden. Das Haferstroh (Stramentum avenae) besteht aus getrockneten, gedroschenen Laubblättern und Stängeln. Abkochungen von Haferstroh enthalten Pektinstoffe, reichlich Kieselsäure und Vitamin A, die alle zusammen heilsame Wirkungen auf die Haut haben.
Juckende Hauterkrankung Viele Patienten quält starker Juckreiz bei verschiedenen entzündlichen Hauterkrankungen. Hier helfen Bäder mit Haferstroh, besonders bei stark fettender Haut (Seborrhoe). Anwendung: 100 g ausgedroschenes Haferstroh mit 3 Liter Wasser 20 Min. kochen. Die Abkochung durch ein Sieb direkt in angenehm warm temperiertes Badewasser gießen. Nicht länger als 15 Min. baden, höchstens 2x wöchentlich (sonst kann der Körper überanstrengt werden).
Harnsäure-Entgiftung Wer viel Fleisch isst oder Alkohol trinkt, bildet vermehrt Harnsäure als Stoffwechsel-Endprodukt. Diese kann sich in den Gelenken ablagern und diese verdicken (Gicht), was u. a. unangenehme Schmerzen beim Bewegen bereitet. Organische Kieselsäureverbindungen des grünem Hafertees können Linderung schaffen: Sie senken den Harnsäurespiegel im Blut und steigern die Ausscheidung über die Nieren. Anwendung: Im Rahmen einer 4-wöchigen Kur (max. 4x jährlich) jeweils 3 Tassen grüner Hafertee pro Tag, frisch aufgebrüht.
Zu guter Letzt
Russland, Kanada, USA, Finnland und Polen sind weltweit die größten Haferproduzenten. Ihre Produktion ist rückläufig und damit hat Hafer immer weniger wirtschaftliche Bedeutung. Es wird noch Vieh- und Pferdefutter eingesetzt. Grüner Hafer wird als Futtermittel entweder zum Heumachen oder zur Herstellung von Silage genutzt. Haferstroh eignet sich auch hervorragend als Streu für das Vieh. In der Nahrungsmittelindustrie haben Haferprodukte zur Weiterverarbeitung keinen besonders hohen Stellenwert: Hafermehl wird noch gerne bei fetthaltigen Nahrungsmittel verwendet, weil es Antioxidanzien enthält, die das Ranzigwerden des Fetts verhindern. Hafermehl wird außerdem in Erdnussbutter, Schokolade oder Margarine verarbeitet. Bei der Eiskrem-Produktion dient es als Fettstabilisator.
Neuere Erkenntnisse
Hafer reinigt den Körper von Schwermetallen, sollen russische Wissenschaftler der Staatlichen Universität in Moskau herausgefunden haben, berichtete ‚Bild der Wissenschaft‘. Die Getreidesorte enthalte angeblich besonders viele Stoffe, die giftiges Blei, Cadmium oder Chrom binden und so aus dem Körper heraustransportieren. Weil in der russischen Volksmedizin Hafermehl als Heilmittel bei Bleivergiftungen gilt, untersuchten die Forscher verschiedene Getreidesorten auf ihre Effekte bei Schwermetall-Vergiftungen. Es zeigte sich, dass etliche Getreide-Inhaltsstoffe Metalle „einfangen“ und binden können, um dann mit den im Getreide enthaltenen Ballaststoffen ausgeschieden zu werden. Hafermehl besitze, so das Wissenschaftsblatt, unter den Getreidesorten die größte reinigende Wirkung, gefolgt von Weizen, Buchweizen, Reis, Hirse und Perlgraupen.
- Marion Kaden, presseteam volksdorf
Der Text wurde im Auftrag von www.natuerlich-online.ch erstellt. - Jenkins DJ, Kendall CW, Marchie A, Faulkner DA, Wong JM, de Souza R, Emam A, Parker TL, Vidgen E, Trautwein EA, Lapsley KG, Josse RG, Leiter LA, Singer W, Connelly PW: Direct comparison of a dietary portfolio of cholesterol-lowering foods with a statin in hypercholesterolemic participants. Am J Clin Nutr. 2005 Feb;81(2):380-7 (Medline).
- Pins JJ, Geleva D, Keenan JM, Frazel C, O'Connor PJ, Cherney LM: Do whole-grain oat cereals reduce the need for antihypertensive medications and improve blood pressure control? J Fam Pract. 2002 Apr;51(4):353-9 (Medline).
- Bild der Wissenschaft: Hafer befördert Schwermetalle aus dem Körper - Russische Wissenschaftler nehmen altes Hausmittel unter die Lupe. , 21.03.2001
- www.destatis.de/basis/d/forst/forsttab7.php

