ERNÄHRUNG
Wen der Hafer sticht...
Weitere gute Argumente für Haferbrei:
Früchte mit hohem Vitamin C-Gehalt
(jeweils 100 Gramm decken x Prozent des Tagesbedarfs)
Apfelsine - 66%
frischer Apfelsinensaft - 69%
Erdbeere, roh - 82%
Grapefruit, roh - 54%
Kiwi - 133%
Magen-Darm-Entzündung Wer Haferbrei nicht mag, dem kann eigentlich nicht geholfen werden. Allerdings ist es ausgesprochen ratsam, die Abneigung spätestens bei einer Magen-Darm-Entzündung zu überwinden. Haferschleim ist ein anerkanntes naturheilkundliches Therapiemittel bei Magen-Darm-Entzündungen. Er enthält viele wertvolle Ballaststoffe, also unverdaulichen Nahrungsbestandteile, die eine gelartige Schutzschicht auf entzündeter Magen- und Darmschleimhaut bilden (ähnlich wie beim Marmeladen-Geliermittel). So wird stark reizender, saurer Magensaft ferngehalten, und die Schleimhaut kann in Ruhe ausheilen. Anwendung bei akuter Magen-Darm-Verstimmung (Bauchweh, Erbrechen, Durchfall): 3 Teller am Tag (Haferflocken mit Wasser aufkochen, eine Prise Salz zum Ausgleich des Mineralstoffverlustes bei Durchfall, wenig Zucker).
Cholesterin-Senkung Spezielle Anteile der Hafer-Schutzschicht im Darm, die Beta-Glukane, halten auch den Fettbestandteil Cholesterin im Darm zurück. Andere, die Steroid-Saponine, binden die von der Leber als Hilfe zur Fettverdauung ausgeschiedenen Gallensäuren. Dies behindert die Aufnahme schädlichen Cholesterins. Und: Hafer-Saponine binden sich sogar im Blut ans Cholesterin, fördern so dessen Ausscheidung. Neueste Studien zeigen, dass Hafer sogar so wirksam sein kann wie moderne Cholesterinsenker (Statine). Alles wirkt Arterienverkalkung, der koronaren Herzkrankheit und Herzinfarkt entgegen, ist wirksamer Bestandteil der Diät-Behandlung. Anwendung: Senkung des Cholesterinspiegels um 5 Prozent mit 1/2 Tasse Haferkleie oder einer 3/4 Tasse Haferflocken pro Tag, jedoch frühestens nach 3-4 Wochen täglicher Anwendung! Der Hafer kann auch in Brot, als Porridge, Haferflockenbrei oder Müslizusatz verwendet werden.
Blutzucker-Normalisierung Viele Menschen haben zuviel Zucker im Blut - nicht so ausgeprägt wie bei Diabetikern, aber trotzdem bedenklich. Denn damit erhöht sich die Gefahr von Herzinfarkt und Schlaganfall. Der Grund: Das Steuerhormon Insulin reagiert zu wenig auf den vielen Zucker, der kurz nach dem Essen vom Darm ins Blut übertritt. Deshalb steigen dann die Blutzuckerwerte unerwünscht stark an. Die Hafer-Schutzschicht auf der Darmschleimhaut verlangsamt die Aufnahme des Nahrungszuckers in den Körper. Ein übermäßig hoher Blutzuckeranstieg bleibt deshalb aus. Anwendung: Dies erreichen Sie schon mit einem täglichen Teller Porridge in Milch gekocht zum Frühstück.
Neu! Hafervollkorn- oder -flocken-Ernährung, die natürlicherweise reich an löslichen Ballaststoffen ist, verringert den Bedarf an blutdrucksenkenden Medikamenten und trägt so zur Verbesserung der Blutdruckkontrolle bei.
Was steckt eigentlich hinter „dich hat wohl der Hafer gestochen“? Hafer war früher ein wichtiges Futtermittel für Pferde. Wenn diese manchmal ungedroschenen Hafer zu fressen bekamen, hatten die Tiere Schmerzen beim „äppeln“. Die Spelzen, die als unverdaulicher Ballaststoff wieder ausgeschieden wurde, pieksten. Das peinigte die Pferde manchmal so sehr, das sie unruhig wurden oder wie kopflos über die Koppeln jagten. Der Volksmund verwendet das Bild der Unruhe für Menschen, die mit ihrer Rastlosigkeit auf andere ansteckend wirken können.
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