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WECHSELJAHRE

Keine Angst vor den Wechseljahren!

Gastbeitrag von
Dr. Gabrielle von Pagenhardt, Waterloo (Ontario), Kanada
September 2004

Aktiv in den Wechseljahren

Je mehr Informationen, desto weniger Angst! Je besser frau über die Umstellungsprozesse Bescheid weiß, desto wohler fühlt sie sich. Der Arzt oder Heilpraktiker wird hier helfen, alles in die richtige Perspektive zu setzen.


Eine positive Einstellung entwickeln! Neben den Hormonen beeinflussen aber auch noch andere Faktoren die Ausprägung der Symptome. Der Grad der Zufriedenheit einer Frau mit sich, mit ihrem Körper und ihren Lebensumständen/Partnerschaft spielt ebenfalls eine sehr wichtige Rolle.

Frauen mit starken menopausalen Beschwerden dagegen haben oft ein geringes Selbstwertgefühl. Insbesondere für diese Frauen ist es wichtig, die Wechseljahre nicht als Krankheit, sondern als Chance zur Neuorientierung zu begreifen.

Wenn Sie bedenken, dass die Beschwerden sich über 15 Jahre hinziehen können, ist das ein guter Hinweis!

Frauen, die in dieser Zeit ab 40 neue Dinge angehen, Kurse mitmachen, neue Menschen kennenlernen, neue Fertigkeiten lernen oder ihre bisherigen Kenntnisse erweitern, werden in jedem Falle eine bessere Zeit haben als diejenigen die sich auf die "Krankheit" vorbereiten ...

Körperliche Fitness ist extrem wichtig. 30 Minuten - mindestens vier mal in der Woche - sind eine gute Richtschnur. Dazu können gehören: Walking (das besonders gut ist im Hinblick auf die Osteoporose), Gymnastik, Stretching und alle chinesischen Bewegungstherapie wie Qi Gong und Tai Qi.

Wir fragen uns dauernd: Wellness, was ist das eigentlich? Alle reden davon: die Magazine sind voll von interessanten Ratschlägen, gymnastischen Übungen und Diät-Plänen. Was man machen soll, davon wird viel geredet. Was allerdings zu kurz kommt, ist die innere Zufriedenheit und „das Glück der kleinen Welt“, das man sich geschaffen hat.

Sehen wir es realistisch: In unserem Leben, das Kinder, Küche und einen Job mit sich bringt, ist die Zeitfrage ein Problem. Bevor ich die Mitgliedschaft in einem Fitness-Club bezahle, frage ich mich besser: Gehe ich da auch wirklich hin? Fühle ich mich wirklich wohl in diesem kleinen T-Shirt und Shorts? (Oder inmitten dieser schon ohnehin sehr schlanken Menschen ??) Bevor wir das teure Fitness-Gerät kaufen, fragen wir uns: Werde ich das wirklich jeden Tag benutzen? Oder wird es dort in der Ecke stehen, bis ich es eines Tages wieder verkaufen werde?

Es gibt viele Dinge zu bedenken - aber eins ist super wichtig: Dass wir ganz ehrlich zu uns selbst sind. Und machen, was uns behagt und gut tut. Und nicht, was uns irgendein trendy Magazin mit vielen bunten Bildern aufzudrängen versucht.

Gesundheit, ganzheitlich gesehen, erfordert dass wir uns über den Stress in unserem Leben gewahr werden. Nun werden Sie sicher fragen: Was hat mein Stress mit dem Gewicht zu tun?

Das Verhältnis zwischen Stress und Gewichtszunahme ist ein sehr interessanter Vorgang: Stress, und insbesondere Dauerstress, der sich über Jahre hinzieht, macht unseren Körper glauben, dass er sich in einer lebensbedrohlichen Situation befindet. Daher schüttet er Kortisol aus, und zwar in großen Mengen. Nun meint der Körper, er müsse Fett auf Vorrat anlegen. Eben für diese „Notfall-Situationen“ ... Es ist in der Tat so: Erst muss der Stress runter, dann geht auch das Gewicht runter. Wenn wir die Ursache des Stresses nicht beseitigen können, müssen wir zumindest lernen mit dem Stress richtig und rational umzugehen.

Wir reagieren auf Stress mit Nervosität, Gereiztheit ... In extremen Stress-Situationen braucht der Köper mehr Protein. Wenn wir nun aber nicht genug Protein gegessen haben - was passiert? Der Körper braucht seine eigenen Muskel-Vorräte auf. Mit jedem Pfund Muskelgewebe, das zerstört wird, verbraucht der Körper 42 Kalorien weniger. Unter diesen Voraussetzungen wird es also immer schwieriger, Kalorien zu verbrauchen - was jedoch nötig wäre, um Gewicht verlieren zu können.

Wir können den Stress nicht wegzaubern. Wir können aber lernen, damit umzugehen.

Wenn wir uns darüber klar werden, dass Diäten nicht klappen (sonst wären die vielen diätenden Frauen nämlich schlank!), dann sind wir schon einen Schritt weiter. Auch dafür gibt es einige körperliche Gründe. Das Aufholbedürfnis für Fett ist nach einigen Diät-Tagen umso größer. Der Körper sagt: „Ich lege schon mal Vorräte an, falls sie sowas nochmal macht ...!“

Und dann: die psychologischen Gründe! Im Tumult der „40er“, der Job und Kinder plus Haushalt beinhaltet, tun sich Körper und Seele schwer, zu fasten. Belohnung wird erwartet, oft in Form von Kaffee und Kuchen, oder Tee und Couch etc. (frau gönnt sich ja sonst nichts) ...

So! Hier haben wir einige Gründe, warum es uns „in der Mitte des Lebens“ so schwer fällt, einige Pfunde vernünftig herunterzubringen (wo das doch mit 20 so einfach war!?). Und ... warum es gerade jetzt so wichtig ist, etwas für sich zu tun. Wir Frauen müssen das immer noch (oder wieder) lernen. Die Kinder sind sicher jetzt schon in der Lage, nach sich selbst zu schauen? Das wäre eine große Erleichterung, wenn nach all den Jahren Wäschewaschen und Kochen nun auch mal etwas Zeit für Mutter ist. Damit sie die Dinge für sich tun kann, die sie immer zurückgestellt hat.

Wir können es nicht oft genug bedenken: Seelische Kraft, die Kraft die aus dem tief Innern kommt, ist es die uns trägt, auch durch die Wechseljahre hindurch. Seelische Kraft finden wir durch Zufriedenheit. Spirituelle Übungen wie Meditation spielen hier eine große Rolle. Durch Meditation klären wir die Gedanken und können uns wieder auf das Wesentliche konzentrieren. In einer Welt wo wir in jeder Minute einer Reizüberflutung von Bildern und Tönen ausgesetzt sind, eine gute und wichtige Sache!

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