ERNÄHRUNG
Natürlich natürlich!
Hersteller von isoliertem Betacarotin, Lutein und anderen entsprechenden antioxidativen Präparaten in Tablettenform versuchen seit Jahren die natürlichen Quellen dieser Wirkstoffe und deren Alltagskonsum als unliebsame Konkurrenz auszuschalten. Hauptargument: Die Carotinoide in Möhren oder anderem Gemüse würden nicht aufgenommen, würden durch Zubereitung oder im Magen-Darmtrakt zerstört, seien also nicht bioverfügbar. Zahlreiche Studien der letzten Jahre haben diesen Marketing-Einwand mittlerweile vollständig entkräftet. Der Verzehr von qualitativ hochwertigen Möhren als Gemüse, Salat oder Saft bekommt also auch weiterhin das Prädikat „besonders wertvoll für die Gesundheit“.
Bioaktive Substanzen in Möhren und anderen Pflanzen
Die alte Frage, warum bestimmte Heilpflanzen der Gesundheit des Menschens so gut tun, findet heute eine recht martialische, neo-darwinistisch geprägte Antwort: Viele Substanzen sind über Jahrmillionen durch Mutation und Selektion herausgebildete chemische Kampfstoffe der Pflanzen, mit denen sie sich gegen Fress- und andere Feinde zu behaupten versuchen. Viele dieser Feinde wiederum sehen auch uns Menschen nur als leckere Speise oder interessanten Brutplatz für ihre Nachkommenschaft. Das bekannteste Beispiel sind die aus Schimmelpilzen hergestellten Antibiotika - Ausdruck eines in diesem Fall Milliarden dauernden Kampfes zwischen Schimmelpilzen und Bakterien. Vergleichbares gilt auch für die vermifuge Potenz von Karotten - während sie die Pflanze vor Würmern schützt, vertreibt sie im Bedarfsfall auch unangenehme Schmarotzer aus unserem Darm.
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